Am 23. und 24. Januar findet die 4. Zukunfskonferenz der Komission “Pädagogische Freizeitforschung” der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft in der Autostadt Wolfsburg statt. Unter dem Titel “Bildungsräume in Bewegung” wird ein interdisziplinären Dialog über die Schaffung und Gestaltung von Bildungsräumen der Zukunft anhand von Beispielen aus Theorie und Praxis geführt werden.
“Mit der Umstrukturierung der deutschen Bildungslandschaft entstehen innovative Lernkulturen an neuen Orten mit anderen pädagogischen Medien und Methoden. Doch Bildung reagiert sensibel auf die Veränderung ihrer Arrangements:Welches sind die Herausforderungen, welches die Chancen dieser Entwicklungen? Auf der einen Seite stehen der Bedeutungsgewinn des informellen Lernens, die Genese neuer Tätigkeitsfelder, die Erhöhung des allgemeinen Bildungsniveaus, auf der anderen Seite der Wegfall von institutionalisierter Programm- und Curriculumplanung, die Kommerzialisierung der Freizeitkultur sowie interessengeleitetes
Bildungs- und Wissensmanagement.”
Zu dieser spannenden Veranstaltung konnten namhafte Referten gewonnen werden, wie Prof. Norbert Mäder, Prof. Gerhard de Haan, Prof. Christoph Wulf und andere. Insgesamt werden drei Werkstattberichte angeboten:
Werkstattbericht: »Vermittlungsräume«
Samstag, 24. Januar 2009, 9.30 – 10.30 Uhr
Der moderne Bildungsraum verwandelt sich heute oft in eine Kunst-, Erlebnis- oder Lerninszenierung, um ein Lernen mit allen Sinnen zu erlauben. Ausgehend von der erkenntnistheoretischen Perspektive des sich Bildenden und seinem Rezeptionsverhalten fragen die Referenten, mit welchen Methoden Bildungsprozesse in Museen, Schulen oder an Erlebnisorten in Gang gesetzt werden sollten, ohne sich in erlebnisgesellschaftlicher Veroberflächlichung zu erschöpfen. Im Dialog mit dem Plenum entwickeln sie unter Berücksichtung zentraler Aspekte der Besucherforschung
Visionen, wie viel Inszenierung Vermittlungsräume tatsächlich benötigen.”
Werkstattbericht: »Ästhetische Inszenierung des Wissens«
Samstag, 24. Januar 2009, 10.45 – 11.45 Uhr
In Ausstellungen sind mediale Inszenierungen auf die Inhalte abgestimmt. Raum, Raumbild und Information folgen einer meist hoch stilisierten Formensprache. Wie viel Raum lassen ästhetisch inszenierte Erlebnis- und Bildungsräume ihrem Nutzer für selbstgesteuerte Bildungsprozesse?
Ausgehend von einer regierenden Wirkung von Bildungsarchitekturen diskutieren die Referenten an praktischen Beispielen, in wie weit Inszenierungen des Wissens Aneignungspraktiken durch Lernende überhaupt vorsehen. Welche Rolle spielt die räumliche, zeitliche und soziale Disposition des Gastes für die Vermittlungsprozesse?
Werkstattbericht: »Bildungsräume als Marketinginstrument«
Samstag, 24. Januar 2009, 12.00 – 13.00 Uhr
Die systematische Vermarktung von Kultur und Bildungsräume steht in ihren Anfängen. Gründe für das Engagement von privaten Bildungsträgern wie Sponsoring oder Universitätsneugründung reichen von der Imagepositionierung über Beziehungsmarketing bis hin zum Recruiting eigener Arbeitskräfte. Kultur wird zum Standortfaktor. Emotionalisierung und Ästhetisierung von Kultur und Bildung durch Erlebnisorientierung und Inszenierung werden nicht unkritisch gesehen: Interessenorientierung, unsystematische Programmplanung, Verflachung von Bildungs- und Lernprozessen oder das Schwinden der Eindeutigkeit stehen gegen Argumente wie ständige Attraktivierung des Bildungsprogramms oder der
Erschließung von Wissen für breite Bevölkerungsschichten.
Flyer Bildungsräume
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