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Blog-Archiv für October 2007

Forschungsmethoden für informelles Lernen

von Matthias Rohs - 18. October 2007

bildNicht genug der Terminankündigungen. Am Institute of Education der University of London (Work-based learning center) findet am 14. Dezember eine Konferenz zum Thema “Research methods in informal and mobile learning: How to get the data we really want” statt. Eine äußerst wichtige Frage, um mehr über die methodisch nur schwer zugänglichen Lernprozesse zu erfahren. Da mobile learning außerhalb von Bildungseinrichtungen und pädagogischen Settings stattfindet, sind die dort stattfindenden Lernprozesse ebenso schwer zu beobachten wie informelle Lernprozess, weshalb sich die methodischen Herausforderungen ähneln. Vielleicht ist das mobile learning auch manchmal informal learning – und umgekehrt? Wie auch immer. Eine sicherlich interessante Veranstaltung mit David Livinsgstone als Keynote Speaker. Mehr Informationen hier.


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wbv-Fachtagung “Perspektive Lebenslanges Lernen”

von Matthias Rohs - 14. October 2007

Fast in eigener Sache möchte ich auf die 4. Fachtagung des W. Bertelsmann Verlags “Perspektive Lebenslanges Lernen: Kompetenzen stärken – Übergänge gestalten” hinweisen. Der erste Teil des Tagungstitels hört sich ja fast wie eine Drohung an – und machmal wird das Lebenslange Lernen auch so gesehen. So wie im wunderbaren Beitrag von Karl-Heinz Geisslers Alle lernen alles – die Kolonialisierung der Lebenswelt durchs Lernen in Wittwer & Kirchhofs Informelles Lernen und Weiterbildung. Aber ganz so ist es dann doch nicht gemeint. Vielmehr geht es W. Arndt Bertelsmann mit dieser Tagung darum, darauf hinzuweisen, dass viele Menschen nicht ausreichend in das Beschäftigungssystem integriert sind. Angesichts eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels sind damit alle Akteure im Bildungssystem und in der Wirtschaft gefordert, “durch Innovationen und Anstrengungen neue Wege zur Integration” Jugendliche, gering Qualifizierte, Migranten, ältere Menschen, Langzeitarbeitslose und Behinderte in das Beschäftigungssystem zu suchen.

Somit nimmt die Tagung auch die Forderung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften aus dem “Aktionsplan Erwachsenenbildung” auf, indem die Integration benachteiligter Gruppen und die Beteiligung am Lebenslangen Lernen zu den wichtigsten Herausforderungen in der Erwachsenenbildung gehört.

Dabei spielt auch das informelle Lernen eine wichtige Rolle, weil sich gerade diese Zielgruppe über informell erworbene Kompetenzen ausszeichnen kann. In einem Vortrag zur Verknüpfung formellen und informellen Lernens werde ich auf diese Möglichkeiten eingehen.

Den Flyer zur Veranstaltung finden sie hier.

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Scope 07 – The Future of Learning

von Matthias Rohs - 9. October 2007

Für ganz kurz entschlossene möchte ich auf die Tagung Scope 07 – The Future of Learning hinweisen, die am 22.11. in Heidelberg stattfindet. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Frage: “Was beeinflusst das Lernen von morgen?” und lädt zur Diskussion mit Unternehmern, Wissenschaftlern, Praktikern und Künstlern über das Lernen, über Lernwege und -möglichkeiten von morgen ein. Von Enterprise 2.0 bis Internet 3.0 werden die aktuellen Schlagwörter (nicht nur zum Lernen) abgedeckt, wobei schon deutlich wird, dass das Lernen hier sehr weit gefasst wird. So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch das informelle Lernen angesprochen wird. Tim Schlotfeldt wird zum Thema “selbstgesteuertes/informelles Lernen” zur Diskussion einladen. Für alle die schon mal einen Vorgeschmack bekommen möchten, sei auf den Blog zur Tagung hingewiesen, in dem es auch eine Rubrik zum informellen Lernen gibt. Eine tolle Idee, die propagierten Ansätze selbst zu nutzen. Viel Erfolg und Erkenntnis!!!

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Validierung von Allgemeinbildung in der Schweiz

von Matthias Rohs - 5. October 2007

Als ich gestern durch die Gassen der Züricher Altstadt geschlendert bin, stöberte ich etwas in einer Kiste, die vor einem Antiquariat stand. Dabei fiel mir ein Heft zur “Validierung von Bildungsleistungen im Bereich Allgemeinbildung” in die Hand, die erste Ausgabe der Schriftenreihe des Eidgenössischen Hochschulistituts für Berufsbildung (EHB). Als Autor hört man nur sehr ungern davon, dass die mühsam erarbeiteten Seiten auf dem Grabbeltisch landen. In diesem Fall ist es jedoch wohl eine glückliche Fügung, da ich sonst kaum auf diese Literatur gestossen wäre.

Auf den gut 70 Seiten des Hefts wird eine “Panoramasicht über bestehende Verfahren und Projekte im Bereich der Validierung von Bildungsleistungen zur Allgemeinbildung unter Berücksichtigung der Aspekte Verfahren, Evaluation und Nachholbildung” in der Schweiz geboten. Die vorgestellten Projekte bewegen sich – wie beim EHB nicht anders zu erwarten – im Bereich der beruflichen Bildung und weisen einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand auf.

Die einzelnen Validierungsverfahren werden tabellarisch vorgestellt. Der Fokus liegt vor allem auf einer allgemeinen Einschätzung. Dabei werden verschiedene Probleme deutlich. So ist nicht geklärt, was eigentlich unter “Allgemeinbildung” zu verstehen ist. Die Verfahren weisen zudem eine inhaltliche Orientierung zur Ausbildung auf, womit sich die Autoren die Frage stellen, ob diese Kriterien für Anerkennungsverfahren im Bereich der Erwachsenenbildung überhaupt sinnvoll sind – Ist Allgemeinbildung von Jugendlichen und Erwachsenen gleich zu bewerten? Zudem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Anerkennung von Kompetenzen noch nicht ausreichend geklärt, was weitere Probleme bei der Einführung solcher Verfahren birgt.

Da viele Verfahren zudem schriftlich/sprachlich gebunden sind und damit einzelne Zielgruppen benachteiligen, empfehlen die Autoren “die Art des Nachweises an die Besonderheiten der jeweiligen Zielgruppe” anzupassen (S. 65). Sie schlagen so unter anderem vor, auch die Präsentation “persönlicher Arbeiten in Form von Projekten wie Bürgerinitiativen (Mitwirkung in Verbänden, Sportvereinen usw.) oder ein abgeschlossener Hausbau” mit einzubeziehen, sofern sich dadurch die erforderliche Kompetenzen nachweisen lassen.

Der Beitrag des Hefts zur Diskussion um die Validierung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen liegt vor allem darin, dass konkrete Besipiele beschrieben werden und ein guter Überblick über den Status quo in diesem Bereich in der Schweiz gegeben wird.

Lévesque, V., Lohner, B., Stoffel, B., Voit, J. & Weber Grusian, S. (2007). Validierung von Bildungsleistungen im Bereich der Allgemeinbildung. EHB-Schriftenreihe Nr. 1. Zollikofen: Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung.

PS: Wer sich einen Gesamtüberblick über Verfahren zur Validierng von Bildungsleistungen in der Schweiz verschaffen möchte, kann sich die Broschüre “Validierung von Bildungsleistungen – Erfahrungen einen Wert verleihen – Nationaler Leitfaden” des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie hier herunterladen.

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Free Burma! International Bloggers’ Day for Burma on the 4th of October

von Matthias Rohs - 4. October 2007


Free Burma!

Mit der Initiative Free Burma! soll die friedliche Revolution in Burma unterstützt werden. Und hier kann sich jeder beteiligen.

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“Wir nennen es Lernen”

von Matthias Rohs - 3. October 2007

Friebe und Lobo haben mit ihrem Buch „Wie nennen es Arbeit“ das Arbeits- und Lebensverständnis der digitalen Boheme beschrieben, dass sich darum dreht, mit den eigenen Interessen Geld zu verdienen. Betrachtet man die Lebenseinstellung aus der Perspektive des Lernens, so ließe sich ohne Frage ein zweiter Teil mit dem Titel „Wir nennen es Lernen“ schreiben, denn ebenso wie die Arbeit scheint auch das Lernen ein zentrales Charakteristikum dieser „Avantgarde“ zu sein – auch wenn sie es nicht Lernen nennen würden, sondern vielleicht die kreative Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internet. Dass dabei wirklich gelernt wird, lässt sich beispielsweise an Blogs zeigen, die zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der digitalen Boheme gehören. So wird aus dem Blog von Dr. Elmar Breitbach (http://www.wunschkinder.net/blog/) zitiert:

„Früher schrieb ich Artikel, jetzt kommuniziere ich mit meinen Lesern. […] Durch das Feedback der Besucher lerne ich viel über die Sorgen und Interessen von betroffenen Patienten und die Recherche für die Artikel im Blog hält mich wissenschaftlich auf dem neuesten Stand. Mit anderen Worten: Der Blog motiviert zur Fortbildung.“ (S.209)

Wie hier deutlich wird, motiviert ein Blog in verschiedenen Zusammenhängen zur Auseinandersetzung mit Themen, wobei dieser Prozess auch als informelles Lernen charakterisiert werden kann. Gelernt wird dabei zum einen individuell in der Erstellung von Beiträgen, als auch, wie im Zitat deutlich beschrieben wird, in der Auseinandersetzung mit den Kommentaren der Leser. In diesem Sinne scheint mir der Blog auch eine ideale Möglichkeit sich zum informellen Lernen auszutauschen, ob man das jetzt Lernen nennt, oder nicht. Und wenn jemand Interesse hat ein Buch zum Thema “Wir nennen es Lernen” zu schreiben, kann er sich gerne bei uns melden.

Veröffentlicht unter E-Learning, Veröffentlichungen

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