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Blog-Archiv für January 2009

Wer spricht noch vom informellen Lernen?

von Matthias Rohs - 29. January 2009

Die Wahrnehmung informelles Lernen in der Öffentlichkeit ist stark geprägt von der individuellen  Beschäftigung damit. Objektive Beurteilungskriterien zum Status und zur Entwicklung des Themas sind mir nicht bekannt. Ist der Hype zum Thema vorbei, oder beginnt er gerade erst? Oder ist der Hype nur eine Einbildung gewesen?

Um eine kleine Orientierung zu bekommen, habe ich Google “Insights for Search” genutzt, um mir die Entwicklung der Suchanfragen zum Begriff “informal learning” anzuschauen. Der englische Begriff verzerrt die Darstellung, da nach diesem Begriff in den englischsprachigen Ländern stärker gesucht wird, dennoch ist das  Ergebnis für die “weltweite” Perspektive ganz interessant.

Entwicklung der Suchanfragen von 2004 bis heute

Entwicklung informellen Lernens von 2004 bis heute

Ich würde mal vorsichtig einen (leicht) abfallenden Trend diagnostizieren.

Weltweite Verteilung der Suchanfragen zu “informal learning”

Weltweite Verteilung der Suchanfragen

Aufgrund des englischen Suchbegriffs gibt es hier zwar Verzerrungen, dennoch ist das Ergebnis nachvollziehbar. In den USA, Kanada, GB und Australien ist die Beschäftigung mit dem informellen Lernen besonders intensiv. Aber auch in Westeuropa gibt es eine starke Beschäftigung mit dem informellen Lernen.  Spannend finde ich, dass auch in Braslien viel nach dem Begriff gesucht wird, was ich vor allem mit dem Einfluss Paolo Freires in Verbindung bringen würde.

Verwandte Suchbegriffe

Verwandte Suchbegriffe

Spannend sind letztendlich noch verwandte Suchbegriffe. Hier zeigt sich, dass informelles Lernen vor allem in Verbindung zum formellen Lernen von Interesse zu sein scheint und informelles Lernen vor allem in der Naturwissenschaften von Bedeutung ist.

Zum Schluss noch noch die Kür der Welthauptstadt informellen Lernen: Die ist, wenn man Google glauben mag, London. Zumindest gibt es dort am meisten Fragen dazu. Von dieser Seite – mehr für das Interesse als für die Unwissenheit – mein Respekt.

Ein wenig seriöser ist eine Auswertung der Literaturdatenbank FIS Bildung nach dem Suchbegriff “informelles Lernen”. Dort sind die ersten Beiträge im Jahr 1993 zu finden.

Diagramm informelles Lernen FIS Bildung

Hier zeigt sich ein Abwärtstrend der Publikationen zum informellen Lernen seit 2005.

Was lässt sich nun abschliessend konstatieren? Sicherlich können keine ersthaften Aussagen getroffen werden. Dies war auch nicht Ziel dieses Beitrags. Vielmehr lassen sich Vermutungen bebekräftigen, wonach die Beschäftigung mit dem informellen Lernen in der Wissenschaft (Deutschland) nachgelassen hat, abgesehen davon das Thema aber weiterhin intensiv (in der Praxis) diskutiert wird. Oder wie ist ihr Eindruck?

Veröffentlicht unter Untersuchungen

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Neuigkeiten aus dem Projekt “Qualification of young volunteer-coaches …”

von Matthias Rohs - 22. January 2009

Schon im letzten Jahr erreichte mich eine Mail von Barbara Gysel & Stephanie Appius (PH Zug). Bereits an dieser Stelle habe ich schon auf ihr Projekt hingewiesen. Zum Jahresanfang gibt es nun gute Neuigkeiten. Die Jacobs Foundation hat grünes Licht für die Weiterführung des Projekts gegeben. Mit dabei sind wieder die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz Zug und die Freie Universität Berlin.

“Zweck des Forschungsprojektes an der PHZ Zug und der FU Berlin ist es, ein Qualifizierungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene zu entwickeln, die sich freiwillig im Rahmen von bestehenden Verbänden engagieren oder selbstinitiierte Projekte realisieren möchten. Das geplante Qualifizierungsprogramm umfasst eine eigentliche Freiwilligen-Akademie für die deutschsprachige Schweiz, bestehend aus Bildungs-, Coaching- und Vernetzungs-Angeboten. Dabei werden mehrere Ziele verfolgt. Jugendliche und junge Erwachsene sollen darin unterstützt werden, eigene Ideen erfolgreich umzusetzen und eine positive bürgerschaftliche Identität zu entwickeln. Freiwilliges Engagement soll durch Anerkennung öffentlich sichtbar gemacht und wertgeschätzt werden.”

Für die Ausarbeitung des Qualifizierungsprogramms bzw. des Kursangebots sind die Projektverantwortlichen auch weiterhin froh um Inputs von PraxisexpertInnen, Jugendlichen und Interessierten. Falls Sie Interesse am weiteren Austausch haben, wenden Sie sich bitte an

Kontaktperson für die PHZ Zug
Mail barbara.gysel@phz.ch.
Phone: +41 (0)41 727 12 59 / +41 (0)78 710 98 88 (M)

Kontaktperson für die Freie Universität Berlin
Mail bettina.hannover@fu-berlin.de.
Phone: +49 30 83 85 69 50 / www.ewi-psy.fu-berlin.de

Darüber hinaus gibt es am Samstag, 28. Februar 09 um 10.00h in Zug einen „Round Table” für PraxisexpertInnen, Jugendliche & Interessierte.

Weitere Informationen hier: News zu Qualification of young volunteer-coaches

Veröffentlicht unter Freiwilliges Engagement

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Technology and Informal Education: What Is Taught, What Is Learned

von Matthias Rohs - 21. January 2009

Das berühmte Science-Magazin hat sich in der Ausgabe vom 6. Januar mit dem Thema Education and Technology beschäftigt. Im HEAD.Z Blog werden wir darauf noch näher eingehen. An dieser Stelle will ich den Artikel von Patricia M. Greenfield mit dem Titel “Technology and Informal Education: What Is Taught, What Is Learned” herausnehmen.

Greenfield betrachtet in ihrem Artikel den Einfluss von visuellen Medien (Video-Games, Fernsehen und Internet) auf die Kompetenzentwicklung der heranwachsenden Generation. Insbesondere das informelle Lernen durch Computerspiele wurde schon in zahlreichen Artikeln thematisiert. Weniger eingangen wurde dabei jedoch auf die Konsequenzen. Greenfield betrachtet in ihrem Artikel sowohl die positive, als auch die negative Seite dieser Entwicklung und weist darauf hin, dass die über diese Medien in der Freizeit erworbenen Kompetenzen die Basis für Schule und Ausbildung sind.

“The technologies composing the informal learning environment are generally intended for entertainment rather than education. However, they are important sources of cognitive socialization, often laying the foundation for knowledge acquisition in school.”

Dies hat weitreichende Folgen. So zeigt ein Vergleich von IQ-Messungen, dass dieser seit mehr als 100 Jahren ansteigt. Dies ist nach Greenfield auch auf die technologische Entwicklung zurückzuführen.

” Rising IQ performance is attributable to multiple factors: increased levels of formal education, urbanization, societal complexity, improved nutrition, smaller family size, and technological development. These are interrelated rather than independent factors; they are part and parcel of the worldwide movement from smaller-scale, low-tech communities with subsistence economies toward larger-scale, high-tech societies with commercial economies”

Besonders beeinflusst wird durch die genannten Medien die so genannte visuelle Intelligenz.

“The understanding of pictures or icons develops at an earlier age than the ability to read words. Building on this ontogenetic primacy, television, film, and video games augment basic visual literacy skills such as iconic representation, spatial orientation, spatial visualization, and other visual skills that are important in the virtual world of computers. This cognitive socialization produces learners who are particularly well suited to take advantage of media-rich environments for formal education and possess the visual literacy skills used in many modern professions.”
(Links zu Quellen im Zitat entfernt)

Eine von Greenfield nicht erwähnte Folge dieser Entwicklung ist der steigende Anspruch der Schüler und Studierenden an die visuelle Gestaltung von E-Learning-Anwendungen, aber vermutlich auch Printprodukte. Gleichzeitig weisen Computerspiele, aber auch Internet-Anwendungen eine immer höhere Komplexität auf (natürlich gibt es auch Ausnahmen). Dies lässt sich auch im Fernsehen beobachten, wie z. B. Split Screen-Werbung und Newsticker (Börsenkurse, Temperaturen u. a.) Dies führt bei den Nutzern zu besseren Multitasking-Fähigkeiten.

“Designers raised on visual media themselves create ever-more-sophisticated visual environments, in turn augmenting the visual skills of the next generation of young consumers. Take divided attention: keeping track of multiple events at different locations on a screen. Correlational and experimental data collected a decade apart show that divided attention is enhanced by playing action video games … Playing 2 hours of a shooting game called Counter-Strike improved multitasking scores significantly over those of a no-play control group.”

Was Greenfield aber auch anmerkt ist, dass diese Fähigkeit nicht unbedingt zu mehr Produktivität oder besseren Lernergebnissen führt. Ganz im Gegenteil zeigen Studien, dass Studierende, die ihren Laptop im Unterricht nutzen, sich weitaus weniger merken, als jene, die den Laptop im Unterricht nicht nutzen (wobei anzunehmen ist, dass die Nutzung parallel zu den Hauptaktivitäten im Unterricht erfolgt und nicht Gegenstand des Unterrichts ist).

Computerspieler und Internetjunkies können aber auch von ihrer Leidenschaft profitieren. Vor allem dann, wenn sie in die Chirurgie gehen:

“The best game players (the top third) made 47% fewer errors and performed 39% faster in the laparoscopy tasks than the worst players (the bottom third). These results indicate the value of video game play as informal educational background for specific training in laparoscopic surgery, a finding that is applicable to other lines of work (such as piloting a plane) whose skill profiles overlap with those required by action video games.”

Dass diese Menschen nach einer anderen erwähnten Untersuchung auch aggressiver sind, sollte man den Patienten lieber nicht sagen. Aber kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen. Beispielsweise Reflexionsfähigkeit. Während Lesen diese Fähigkeit fördert (”Starting in first grade, better readers are also more reflective than less skilled readers.” … bietet beispielsweise das Fernsehen weniger Möglichkeiten zur Reflexion.

So weit so gut, aber was heisst das nun für Schule und Studium. In der Zusammenfassung heisst es:

“Schools often rely on older media such as print and lectures to communicate with learners who increasingly lack the cognitive socialization—the informal education—that would enable them to process these media with maximum efficiency. Not only that, but schools rely almost entirely on the print medium to test that knowledge.”

Ganz so kann man das sicherlich nicht sagen, und Greenfield bleibt in diesem für mich spannendsten Teil ihres Artikels ziemlich “dünn”. Dennoch bleibt für mich als wesentlicher Gedanke, dass das informelle Lernen (die Grenzen zur Sozialisation sind an dieser Stelle sicherlich fliessend) mit den genannten Medien grosse Auswirkungen auf die Kompetenzen  der Schüler und Studierenden hat. Dies muss an den Bildungseinrichtungen berücksichtigt werden. Sei es nun, die dadurch entstandenen Kompetenzdefizite auszugleichen …

“However, the preceding makes it clear that no one medium can do everything. Every medium has its strengths and weaknesses; every medium develops some cognitive skills at the expense of others. Although the visual capabilities of television, video games, and the Internet may develop impressive visual intelligence, the cost seems to be deep processing: mindful knowledge acquisition, inductive analysis, critical thinking, imagination, and reflection.” (Links aus dem Zitat entfernt)

…oder aber auch in der Gestaltung des Unterrichts diese Affinitäten und Kompetenzen zu berücksichtigen und zu nutzen.

Quelle
ResearchBlogging.orgPatricia M. Greenfield (2009). Technology and Informal Education: What Is Taught, What Is Learned Science

Veröffentlicht unter E-Learning, Hochschule, Schule, Veröffentlichungen

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Informelles E-Learning und implizites Wissen

von Matthias Rohs - 14. January 2009

Langsam gewinnt die Beschäftigung mit dem informellen Lernen auch im E-Lerning an Gewicht. Nun ist mir auch die erste Dissertation in die Hände gefallen, die das informelle E-Learning im Titel hat:

Informelles e-Learning – Exploration des POLANYISCHEN Konzept des impliziten Wissens

Geschrieben von Ute von Oertzen Becker und betreut durch Prof. Peter Baumgartner und Prof. Horst Dichanz stellt die Arbeit einen Zusammenhang zwischen dem Konzept des informellen Lernens, dem Konzept des implizitens Wissens von POLANY und E-Learning her.

“Nicht immer wird ausdrücklich von implizitem Wissen gesprochen, obwohl davon ausgegangen wird, dass es – vielleicht insbesondere im Bereich des sozialen Alltagshandelns – unbewusstes Wissen gibt. „Ein Großteil der Sozialisation erfolgt, indem soziale Normen (Über-Ich) zunächst in bewussten individuellen Willen übersetzt werden – um dann durch ›Übung‹
in ›Fleisch‹ und ›Blut‹ überzugehen. Wir wären nicht lebensfähig, wenn unsere Reaktionen, vom Radfahren über die Prüfung des Essens bis zur Partnerwahl, nur bewusst abliefen. Es ginge schon allein viel zu langsam. Die Automatisierung bewusster Programme bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil aller individuellen und sozialen Evolution.“ (GIESECKE 2002, S. 243) Gäbe es kein implizites Wissen, so wären wir inkompetent, was die Bewältigung unseres Alltags anbelangt. Jegliche erforderliche Handlung bewusst und durchdacht auszuüben, würde Interaktionen auf breiter Ebene unmöglich machen.

Es ist daher wichtig, neuere Entwicklungen wie zum Beispiel e-Learning, also Lernen mithilfe elektronischer Medien, POLANYIS Konzept des impliziten Wissens gegenüberzustellen. POLANYIS wissenschaftsphilosophische Überlegungen und seine Vorstellungen und Aussagen in Bezug auf menschliches Lernen und Wissen können uns interessante Anregungen geben und die aktuellen Diskussionen zum e-Learning befruchten. Wenn wir bereit sind zu akzeptieren, dass Wissen sich wesentlich über seine impliziten Anteile konstituiert, wie Michael POLANYI dies vielfach beschrieben hat, so kommen wir nicht umhin, dies in die Gestaltung von e-Learning-Umgebungen sowie insbesondere in unser Verständnis informellen Lernens mithilfe elektronischer Medien einfließen zu lassen.” ( S. 8f)

Mit diesem “Apptithappen” möchte ich auch gleich wieder aussteigen und mich gegebenenfalls später noch mal intensiver mit der Arbeit beschäftigen. Für alle die jetzt Hunger bekommen haben ist die Dissertation hier zu lesen und bei Fragen können Sie sich gerne direkt an Frau von Oertzen Becker (ute.vonoertzenbecker@gmx.de) wenden.

Quellen
Giesecke, M. (2002). Von den Mythen der Buchkultur zu den Visionen der Informationsgesellschaft. Trendforschungen zur kulturellen Medienökologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

von Oertzen Becker, U. (2008). Informelles E-Learning: Exploration in das POLANYISCHE Konzept des impliziten Wissens. Dissertation. Fernuniversität Hagen. Im Internet:  http://deposit.fernuni-hagen.de/1580/1/Informelles_e-Learning_Dissertation-UvOB_04.10.2008.pdf

Links
http://www.infed.org/thinkers/polanyi.htm
Michael Polanyi and Tacit Knowledge: Erklärender Artikel zum Ansatz des Tacit Knowledge von Polanyi bei infed.org

Veröffentlicht unter E-Learning, Veröffentlichungen

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Bildungsräume in Bewegung

von Matthias Rohs - 12. January 2009

Am 23. und 24. Januar findet die 4. Zukunfskonferenz der Komission “Pädagogische Freizeitforschung” der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft in der Autostadt Wolfsburg statt. Unter dem Titel “Bildungsräume in Bewegung” wird ein interdisziplinären Dialog über die  Schaffung und Gestaltung von Bildungsräumen der Zukunft anhand von Beispielen aus Theorie und Praxis geführt werden.

“Mit der Umstrukturierung der deutschen Bildungslandschaft entstehen innovative Lernkulturen an neuen Orten mit anderen pädagogischen Medien und Methoden. Doch Bildung reagiert sensibel auf die Veränderung ihrer Arrangements:Welches sind die Herausforderungen, welches die Chancen dieser Entwicklungen? Auf der einen Seite stehen der Bedeutungsgewinn des informellen Lernens, die Genese neuer Tätigkeitsfelder, die Erhöhung des allgemeinen Bildungsniveaus, auf der anderen Seite der Wegfall von institutionalisierter Programm- und Curriculumplanung, die Kommerzialisierung der Freizeitkultur sowie interessengeleitetes
Bildungs- und Wissensmanagement.”

Zu dieser spannenden Veranstaltung konnten namhafte Referten gewonnen werden, wie Prof. Norbert Mäder, Prof. Gerhard de Haan, Prof. Christoph Wulf und andere. Insgesamt werden drei Werkstattberichte angeboten:

Werkstattbericht: »Vermittlungsräume«
Samstag, 24. Januar 2009, 9.30 – 10.30 Uhr
Der moderne Bildungsraum verwandelt sich heute oft in eine Kunst-, Erlebnis- oder Lerninszenierung, um ein Lernen mit allen Sinnen zu erlauben. Ausgehend von der erkenntnistheoretischen Perspektive des sich Bildenden und seinem Rezeptionsverhalten fragen die Referenten, mit welchen Methoden Bildungsprozesse in Museen, Schulen oder an Erlebnisorten in Gang gesetzt werden sollten, ohne sich in erlebnisgesellschaftlicher Veroberflächlichung zu erschöpfen. Im Dialog mit dem Plenum entwickeln sie unter Berücksichtung zentraler Aspekte der Besucherforschung
Visionen, wie viel Inszenierung Vermittlungsräume tatsächlich benötigen.
”

Werkstattbericht: »Ästhetische Inszenierung des Wissens«
Samstag, 24. Januar 2009, 10.45 – 11.45 Uhr
In Ausstellungen sind mediale Inszenierungen auf die Inhalte abgestimmt. Raum, Raumbild und Information folgen einer meist hoch stilisierten Formensprache. Wie viel Raum lassen ästhetisch inszenierte Erlebnis- und Bildungsräume ihrem Nutzer für selbstgesteuerte Bildungsprozesse?
Ausgehend von einer regierenden Wirkung von Bildungsarchitekturen diskutieren die Referenten an praktischen Beispielen, in wie weit Inszenierungen des Wissens Aneignungspraktiken durch Lernende überhaupt vorsehen. Welche Rolle spielt die räumliche, zeitliche und soziale Disposition des Gastes für die Vermittlungsprozesse?

Werkstattbericht: »Bildungsräume als Marketinginstrument«
Samstag, 24. Januar 2009, 12.00 – 13.00 Uhr
Die systematische Vermarktung von Kultur und Bildungsräume steht in ihren Anfängen. Gründe für das Engagement von privaten Bildungsträgern wie Sponsoring oder Universitätsneugründung reichen von der Imagepositionierung über Beziehungsmarketing bis hin zum Recruiting eigener Arbeitskräfte. Kultur wird zum Standortfaktor. Emotionalisierung und Ästhetisierung von Kultur und Bildung durch Erlebnisorientierung und Inszenierung werden nicht unkritisch gesehen: Interessenorientierung, unsystematische Programmplanung, Verflachung von Bildungs- und Lernprozessen oder das Schwinden der Eindeutigkeit stehen gegen Argumente wie ständige Attraktivierung des Bildungsprogramms oder der
Erschließung von Wissen für breite Bevölkerungsschichten.

Flyer Bildungsräume

Anmeldeformular Bildungsräume

Veröffentlicht unter Freizeitforschung, Veranstaltungen

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Web 2.0 und informelles Lernen – (universitärer) Alltag?

von Matthias Rohs - 9. January 2009

Informelles Lernen im universitären Alltag – widersprichts sich das nicht? Untersuchungen zum informellen Lernen an Universitäten gibt es kaum. Erst in letzter Zeit sind einige Studien und Beiträge erschienen, die sich mit diesem Themenfeld auseinandergesetzt haben (siehe GMW 08 oder E-Learning Podcast der Universität Zürich).

Auch auf der w.e.b. Square-Konferenz der Universität Augsburg zum Thema „Open University oder: die Zukunft der Hochschule” am 16. Januar wird das informelle Lernen an Hochschulen diskutiert. Das spannende dabei finde ich, dass dies aus studentischer Perspektive erfolgt, denn die w.e.b.-Square Konferenz ist “von Studenten für Studenten”. Eine tolle Initiative auf die ich gerne hinweise.

Aus dem Programm:

Session (2): Web 2.0 und informelles Lernen – (universitärer) Alltag?

  • Vortrag (1): Lernen 2.0: Beispiele für das „Mitmachweb” im Hochschulkontext (Christine Haf)
  • Vortrag (2): Informelles Lernen und Hochschule: Wie im Hochschulkontext informell gelernt wird (Dominik Schubert)
  • Vortrag (3): Net Generation: Wer sie ist und was sie wirklich kann (Jacqueline Bönisch)

Link zur Veranstaltungshomepage: http://websquare.imb-uni-augsburg.de/konferenz/programm09

Veröffentlicht unter Veranstaltungen

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HEAD.Z Blog

von Matthias Rohs - 8. January 2009

Mit dem informellen Lernen habe ich mich seit 2000 intensiv auseinandergesetzt. Dabei stand vor allem die betriebliche Weiterbildung im Mittelpunkt. Durch die Arbeit an der Website von www.informelles-lernen.de und diesem Blog habe ich seit 2007 auch die Perspektiven vieler anderer pädagogischer Arbeitsfelder auf das informelle Lernen kennengelernt. Dies war uns ist eine sehr bereichernde Erfahrung.
Da ich mich im Rahmen meiner beruflichen Praxis zunehmend auch mit anderen Themenbereichen auseinandersetze, werde ich künftig zusammen mit Mandy Schiefner den Headz-Blog www.2headz.ch/blog schreiben, der mir die Möglichkeit bietet auch über diese Dinge zu berichten. In diesem Weblog werden wir Bildung und Lernen aus einem weiteren Blickwinkel betrachten, wobei unter anderem die Rolle von Technik in Bildungsprozessen eine besondere Rollen spielen wird.
Da ich mich in diesem Zusammenhang nicht mehr so intensiv um den informellen Blog kümmern kann, suchen wir Interessenten, die Spass daran haben am informellen Blog mitzuschreiben. Neben grundlegenden Kenntnissen zur Diskussion zum informellen Lernen ist uns vor allem ein längerfristiges Interesse wichtig. Dabei stehen wir auch Einsteigern zur Seite, die noch wenig Erfahrung mit dem Bloggen haben. Wenn Sie Lust haben, melden Sie sich doch und nutzen Sie die Möglichkeit, über einen etablierten Blog zum informellen Lernen mit einer grossen Community in den Austausch zu treten.
Wenn Sie erstmal „Schnuppern“ wollen, bieten wir auch immer die Möglichkeit zu Gastbeiträgen an und suchen auch ständig Texte zur Erweiterung unserer Website.

Veröffentlicht unter Allgemein

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